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Informationsdienst Wissenschaft
15.12.2003

Vom Workshop bis zur Großveranstaltung computergestützt
moderieren, leiten und auswerten
Digitale Moderation soll zukünftig Klebepunkte und Filzstift in Workshops ersetzen. Bild: Fraunhofer IPSI, Veröffentlichung frei in Verbindung mit Berichterstattung über das Fraunhofer IPSI
Plenum mit frontaler Präsentation, Aufspaltung in Arbeitsgruppen, Hantieren mit unleserlichen Kärtchen und Abfotografieren kryptischer Packpapier-Charts - noch immer sehen moderierte Workshops so aus wie vor zwanzig und mehr Jahren. Das soll jetzt anders werden. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) in Darmstadt und die Knapp, Leue & Partner GmbH i. G. (KL&P) in Hamburg entwickeln gemeinsam eine Software für "Digital Moderation", die in einem Pre-Release der Fachwelt auf der Learntec-Messe in Karlsruhe vorgestellt werden soll (10. bis 13. Februar, Gartenhalle, Stand 354).

Mit vernetzten Laptops auf jedem Tisch sollen dann Teilnehmer von Workshops schneller als heute mit Filzstift und Klebepunkten ihre Meinungen und Bewertungen eingeben und auf der zentralen Großleinwand sehen; der Moderator behält auf seinem Server leichter den Überblick und die Auswertung und Dokumentation der Ergebnisse kann laufend und ohne Medienbruch schon während des Workshops beginnen. Statt Tage nach einem Workshop kaum entzifferbare Chartfotografien an die Teilnehmer zu versenden, können nun die Ergebnisse kompakt elektronisch erfasst, verarbeitet und verteilt werden.

Die erste einsatzfähige Version für moderierte Präsenzveranstaltungen von bis zu fünfhundert Teilnehmern soll Mitte 2004 in Betrieb gehen, danach folgen der "virtuelle Workshop", der verteilt im Internet stattfinden kann, und die fest installierte Firmenversion, die etwa von Projektmanagern als Moderationsinstrument genutzt werden kann.

"Wir wollen bei diesem neuen Produkt unsere Kompetenzen bei der computergestützten Gruppenarbeit und der Integration neuartiger Benutzeroberflächen wie großformatigen Displays mit den Moderationserfahrungen von KL&P verbinden", erläutert Martin Wessner, Leiter der Arbeitsgruppe "Concert" beim IPSI, die in den vergangenen Jahren E-Learning-Projekte wie "Alba" durchgeführt und Programme für web-basiertes Training (WBT) entwickelt hat (www.ipsi.fraunhofer.de/concert).

"Die klassische Moderation stößt bei Großveranstaltungen an ihre Grenzen. Vor allem die Visualisierung der Beiträge mit Hilfe von Pinnwänden und Karten ist unübersichtlich, das Aufbereiten der Ergebnisse aufwändig", begründet Henning Leue, seit 1978 im Moderations- und Beratungsgeschäft, sein Interesse an der Entwicklung der neuen Technik. Er hat in den vergangenen Jahren erste Versuche mit computergestützter Moderation von Großveranstaltungen unternommen und dabei festgestellt, dass die am Markt vorhandene Standardsoftware durchaus verbesserungswürdig ist. "Wir vertrauen hier auf die Kompetenz des Fraunhofer IPSI bei der Entwicklung von kooperativen Arbeitsumgebungen im E-Learning, die wir gemeinsam auch für 'Digital Moderation' auswerten wollen."

Leue will selber Mitte 2004 beginnen, Großveranstaltungen und Workshops mit der Software zu unterstützen.
Durch diese Art der Gruppenmoderation und den Einsatz von PCs anstelle von Moderationstafeln- und -karten bekommen Großveranstaltungen ein neues Gesicht. Das entlastet den Moderator, hilft den Teilnehmern, sich auf Inhalte zu konzentrieren und ermöglicht die Auswertung und Präsentation von Ergebnissen ohne Medienbruch

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